St. Willehad Katholische Kirchengemeinde Wilhelmshaven

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24. Januar 2018 - Pressemeldung - Oldenburg

Firmungen schaffen guten Zugang zur Jugend

Verantwortliche für Firmpastoral treffen Weihbischof

Zu einem Austausch über Formen und Inhalte der Firmung und Konzepte der Jugendpastoral traf sich heute Weihbischof Wilfried Theising mit 20 Pfarrern und Pastoralreferenten aus nördlichen Kirchengemeinden des Offizialatsbezirks im Forum St. Peter. Andreas Fritzsch, neuer Katechese- und Liturgiereferent des Bischöflich Münsterschen Offizialats, stellte sich der Runde vor. 

© Offizialat /Heuer

Weihbischof Wilfried Theising (3.v.l.) und der neue Katechesereferent Andreas Fritzsch (hinten 2.v.r.) mit den Seelsorgern.

Man merke es vielen Firmlingen und ihren Familien an, dass sie wenig Gottesdiensterfahrung hätten, waren sich die Seelsorger einig. Die theologische Sprache sei für viele Jugendliche schwer verständlich, der Sinn der Firmung nicht allen klar. Daher sei es bei der Firmvorbereitung wichtig, eine Beziehung zu den jungen Leuten aufzubauen. Theising bestärkte die Seelsorger in dieser Wahrnehmung. „Firmgottesdienste sind ein gutes Forum, um Jugendliche und Erwachsenen in Kontakt mit dem Sakrament und der Liturgie zu bringen.“ Mit jedem Jugendlichen kämen mindestens zehn weitere Menschen in die Kirche. Bei ca. 2.000 Firmlingen pro Jahr im Offizialatsbezirk Oldenburg würden allein über Firmgottesdienste ca. 20.000 Menschen erreicht.

Bei allen Problemen hinsichtlich fehlender Zugänge der Jugendlichen zur Liturgie um Firmung sei es doch immer wieder bewegend, Jugendliche bei der Firmung zu begleiten, erzählten viele. „Wir sollen ihnen eine Freude am Glauben vermitteln, damit sie gut durchs Leben kommen“, sagte Pastoralreferent Holger Schlömer aus Goldenstedt. Anita Gärtner, seit vielen Jahren Katechetin in St. Marien Brake, berichtete von faszinierenden Erfahrungen mit jungen Leuten in Taizé. „Auch mit solchen, bei denen ich es überhaupt nicht erwartet hätte.“ Andreas Bolten, Pfarrer in St. Willehad Wilhelmshaven, betonte die Wichtigkeit vertrauensvoller Gesprächsatmosphären.    

Viel Raum nahm die Frage ein, ob Jugendliche auch ohne Teilnahme an der Firmvorbereitung zur Firmung zugelassen werden dürfe. Und was sei mit Jugendlichen, die keinen katholischen Firmpaten fänden? Gerade in Diasporagebieten sei das immer wieder Thema, bestätigten mehrere. Theologisch und kirchenrechtlich gebe es keine Hindernisse, erklärte Theising. Man solle die Hürde nicht zu hoch legen. Wer die Firmung wünsche, dürfe nicht abwiesen werden. Hinsichtlich fehlender Vorkenntnisse der Jugendlichen meinte er, die Katecheten könnten nur Impulsgeber sein, nicht aber den Glauben der jungen Menschen machen oder alles nachholen, was das Elternhaus ausgelassen habe.

Er gehe ihm immer wieder unter die Haut, wenn Firmlinge vor der Firmung bei ihm beichten würden, erzählte der Weihbischof. „Dabei geht es oft um existenzielle Dinge.“ Hinsichtlich der Gestaltung der Firmgottesdienste, die er an einigen Wochenenden mehrfach feiere, wolle er den Gemeinden nichts vorschreiben, „doch wir sollten die Schwelle nicht zu hoch legen.“ Und wenn Jugendliche nach ihrer Firmung nicht mehr in die Kirche gingen, dann sei das eben so. Viele würden später aber wieder einen Zugang zu ihr finden. „Denn das Geschenk, das sie von Gott bekommen haben, das nimmt ihnen keiner mehr weg.“ Nicht umsonst würden sich viele Jugendliche selbst später in der Firmkatechese engagieren. „Wenn ich die Firmungen nicht hätte, wollte ich kein Weihbischof mehr sein. Die Firmung ist das schönste an meinem Amt“, stellte Theising klar.

Ludger Heuer