St. Willehad Katholische Kirchengemeinde Wilhelmshaven

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Gedanken zum Sonntag

Gegen Kinderarbeit

© Sternsinger

Neetus Leben spielt sich in diesem kleinen Raum ab: arbeiten, kochen, essen, schlafen.

© Sternsinger

Seit ihr Vater gestorben ist, muss auch Neetu (8) arbeiten. Eine Schule hat sie nie besucht

Der beißende Geruch von Kerosin steigt einem schon vor der Tür in die Nase.In einem dunklen Raum sitzt Neetu („Nitu“ausgesprochen) im Schneidersitz vor einer Flamme, die Beine werden an den Knien von zwei Ziegelsteinen gestützt.

Neben ihr arbeiten ihre Mutter Dhan Devi und ihre Brüder Raj Kishore und Bholay.

Von fünf Uhr morgens bis acht Uhrabends schmelzen die vier bunte Glasringe – rote, blaue, grüne. Konzentriert blicken sie in die zischenden Flammen vor sich, um sich möglichst nicht daran zu verbrennen. Sonst ist nur das leise Klirren von Glas zu hören.

Bis zu 15.000 Armreifen fertigen sie täglich in Akkordarbeit. Nur mittags machen sie eine kurze Pause.

Nach dem Tod des Vaters vor sieben Monaten hat Neetu seinen Arbeitsplatz eingenommen.

 „Die Arbeit hat ihn krank gemacht und zum Schluss konnte er nicht mehr atmen“,

erzählt das Mädchen traurig.

Auch Neetu und ihre Geschwister macht die Arbeit krank. „Jeden Tag wird mir schlecht. Ich bekomme Kopfschmerzen und muss dauernd husten“, sagt die Achtjährige

Es ist ein Teufelskreis: Um Medikamente für den kranken Vater zu kaufen, musste die Familie Geld leihen. Das muss sie nun samt horrender Zinsen zurückzahlen.

Neetus Mutter weiß genau, dass die Arbeit, die ihre Tochter täglich verrichtet, verboten ist und krank macht.

„Aber was soll ich tun? Ich habe keine Wahl.“ 200 Rupien, weniger als drei Euro, beträgt das Tageseinkommen der Familie.

© Sternsinger

Dilip Sevarthi setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte arbeitender Kinder in Indien ein.

Rund 200000 Kinder haben ein ähnliches Schicksal wie Neetu.

Dilip Sevarthi Projektpartner der Sternsinger seit 15 Jahren, bekämpft die Kinderarbeit mit Bildung un altenativen Erwerbsmöglichkeiten.

1994 gründete der Inder die Vikas-Stiftung (das heißt Entwicklung).

Das Team von Dilip Sevarthi hat erreicht, das 10000 Jungen und Mädchen zur Schule gehen können.

Kinderschutzkomitees der Stiftung klären die Familien über Kinderarbeit und die Rechte der Jungen und Mädchen auf.

Gleichzeitig organisieren sich die Kinder selbst in Kinderparlamenten.

Ein starker Segen durch die Sternsingeraktion.

Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr 2018.

© St. Willehad

Dechant Andreas Bolten

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