St. Willehad Katholische Kirchengemeinde Wilhelmshaven

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Lebensbild von Schwester M. Hermingunde Topp

* 5. November 1922 in Beckum      † 9. Januar 2018 in Borken/Westfalen


In der Frühe des 9. Januar 2018 verstarb in Haus Marienfried, Borken, Schwester M. Hermingunde Topp im Alter von 95 Jahren.

In Schw. M. Hermingunde verlieren wir eine sehr liebenswürdige, hilfsbereite, immer freundliche und treue Mitschwester, die sich unentwegt für unsere Gemeinschaft und für alle, die ihr anvertraut waren, eingesetzt hat.

† 9. Januar 2018

Schwester M. Hermingunde Topp

Schw. M. Hermingunde wurde am 5. November 1922 in Beckum geboren und wuchs mit sechs Geschwistern in einer Kaufmannsfamilie auf. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte sie eine kaufmännische Lehre im elterlichen Geschäft, blieb dort nachher sowohl als Verkäuferin als auch im elterlichen Haushalt tätig. Einige Jahre später machte sie eine einjährige Ausbildung zur Katechetin. Darüber hinaus engagierte sie sich in der Pfarrgemeinde und gehörte seit dem 14. Lebensjahr zur marianischen Kongregation. Während des Krieges war sie als Rote-Kreuz-Schwester im Alarmdienst tätig.

1940 kam sie zum ersten Mal nach Schönstatt und weihte sich der Gottesmutter im Urheiligtum. Nach dem Krieg entschied sie sich, Schönstätter Marienschwester zu werden.

Am 2. November 1946 trat sie in unsere Schwesternfamilie ein und verbrachte das Postulat in Schönstatt. Am 14. Juni 1947 wurde sie eingekleidet, weihte sich mit ihren Kursschwestern am 18. Oktober 1947 der Gottesmutter und sprach ihr Ewig am 20. November 1955. Das Leben aus dem Liebesbündnis blieb die Kraftquelle ihres Lebens, ihrer Kursgemeinschaft blieb sie zeitlebens intensiv verbunden.

Schw. M. Hermingunde war pädagogisch begabt und wurde schon als junge Schwester dementsprechend in Kindergärten eingesetzt, so z.B. in Leverkusen, Reckenfeld und mehrmals in Wilhelmshaven. Von 1955 bis 1962 leitete sie den Kindergarten in der Pfarrgemeinde Christus König in Wilhelmshaven. Erst danach besuchte sie die Fachschule für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen des Caritasverbandes der Diözese Münster in Recklinghausen und erhielt die staatliche Anerkennung. Nach einem zweijährigen Einsatz in Duisburg-Wanheimerort kam sie nach Wilhelmshaven zurück und leitete den katholischen Kindergarten mehr als 25 Jahre.

Fronleichnam 1988 in Voslapp

Schwester M. Hermingunde (links) vor Schw. M. Klarizeta und Schw. M. Julie

Schw. M. Hermingunde war zwar äußerlich klein von Gestalt, aber innerlich eine geprägte Persönlichkeit, die zielstrebig und engagiert ihre reichen Fähigkeiten entfaltete. Als gute Kindergartenleiterin verstand sie es, in ihrer frohen und kontaktfreudigen Art gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen dem Kindergarten ein Profil und eine gewinnende Ausstrahlung zu geben.

Gleichzeitig hatte sie auch einen Blick für Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kamen. Persönlich sorgte sie für einzelne – ob durch Kleidung, warme Mahlzeiten oder im Krankheitsfall. Wo sie konnte, half sie und verstand es auch, Helfer, Handwerker oder Sponsoren zu gewinnen, die sich für den Kindergarten engagierten. Sie selbst behielt dabei den vollen Überblick, konnte organisieren und auch gut und gezielt mit den finanziellen Mitteln umgehen.

Ein besonderes Anliegen war ihr die religiöse Erziehung der Kinder. In engem Anschluss an die Gemeinde, in der sie sehr beliebt war, veranstaltete sie große Feste, Krippenspiele oder anderes, so dass sie auch für die Eltern und Familien in der Diasporasituation der Kirche religiöse Erlebnisse schaffte.

Im Jahr 1992 wurde sie aus ihrer Aufgabe abgelöst und an das kleine Schönstattzentrum Frohlinde versetzt, wo sie im Haus und im Geschäftszimmer mithalf. Für sie war typisch, auch schon vorher in Wilhelmshaven, dass sie sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs war. Leider zog sie sich bei einem Verkehrsunfall einen Oberschenkelhalsbruch zu, der zwar sehr gut verheilte, aber im Jahr 1998 eine Versetzung nach Borken, Marienfried notwendig machte.

Schw. M. Hermingunde lebte sich dort schnell ein und hat fast 20 Jahre unendlich viel Gutes getan. Sehr hilfsbereit und gefällig machte sie mit ihrem Fahrrad Besorgungen in der Stadt oder besuchte Schwestern im Krankenhaus. Überall war sie bekannt als die kleine, flinke und freundliche Schwester. Auch hat sie täglich Schwestern auf der Pflegestation besucht und z.B. über Jahre hinweg ihren kranken Kursschwestern das Essen gereicht, mit ihnen gebetet oder auch Kontakt mit deren Angehörigen gehalten. Und die Blumen im Haus und die Blumenpflege waren ihr großes Hobby.

Jeden Tag betete sie im Heiligtum, sie liebte das Gebet, aber auch das Gemeinschaftsleben. Ihr Leben war geprägt von einsatzbereiter und tätiger Nächstenliebe. Sie war der tiefste Ausdruck ihrer Gottesliebe.

Wir danken Schw. M. Hermingunde für alles, was sie in ihrem reichen Leben unserer Gemeinschaft und vielen Menschen Gutes getan hat. Ihr Leben möge reiche Frucht bringen und auch heute jungen Menschen den Weg ihrer Berufung erschließen.

Borken, 12. Januar 2018

Schw. Marisa Spickers
Provinzoberin