14. Februar 2026 | Gedanken zum Sonntag von Pfarrer em. Holger Kintzinger, Katholische Kirchengemeinde St. Willehad Wilhelmshaven
Alaaf und Helau!

© Kirchen + Leben-Foto: Cord
Unter dem Motto "Toleranz wagen" zog der Toleranzwagen mit Christen, Juden und Muslimen durch den Rosenmontagszug in Düsseldorf.
An diesem Sonntag haben wir den Karnevalssonntag.
Er fällt in eine ganz besondere Zeit im Ablauf eines Jahres: kurz vor dem Aschermittwoch und der damit beginnenden Fastenzeit wird noch einmal richtig „auf den Putz gehauen“.
Vielleicht hier in Wilhelmshaven eher in den Karnevalsvereinen und deren Sitzungen und nicht so sehr auf der Straße, aber immerhin gibt es ein gewisses närrisches Treiben auch hier.
Aber was hat das eigentlich auf sich?
Der Karneval ist allgemein betrachtet so etwas wie ein Übergangsritus von der Dunkelheit zum Licht, vom Winter zum Sommer; ein Fruchtbarkeitsfest und erstes Frühlingsfest des neuen Jahres.
Und dann kommt der Aschermittwoch, an dem laut eines bekannten Karnevalsliedes „alles vorbei“ ist.
Und tatsächlich: unsere Zeit ist geprägt von Unsicherheit, Sorgen und Ängsten, besonders durch die bedrückende Lage in der Welt, vielleicht auch durch ganz persönliche Einschnitte und Herausforderungen.
Und darum durchwandern die Christen die nun bald beginnende Fastenzeit als eine Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest, das Fest der Auferstehung Jesu Christi und das Fest auch unserer eigenen einstigen Auferstehung und des ewigen Lebens.
Es ist ein Fest der Hoffnung, die über dieses oft so vorläufige und belastete Leben hinausweist und nicht einmal beim Tod Halt macht.
Die Fastenzeit ist auch eine Zeit der Besinnung auf das Wesentliche im Leben, eine Zeit der Neuorientierung, der „Umkehr“, wie wir sagen.
Manchmal muss man bei der besagten Umkehr nicht eine 180-Grad-Wende machen, um sein Leben auf bessere Beine zu stellen; manchmal genügt eine kleine Kurskorrektur.
So korrigiert man beim Autofahren am Lenkrad ja auch den Kurs nur um wenige Grad, damit man nicht von der Straße abkommt.
Ich wünsche allen schon einmal eine sehr gesegnete Fastenzeit und für die, die es lieben, zunächst „ein dreifach donnerndes Helau“ in dem Bewusstsein, dass am Aschermittwoch noch längst nicht alles vorbei ist – es geht eigentlich erst richtig los.
Und Fröhlichkeit gehört ausdrücklich zum christlichen Glauben dazu.

