Ein Jahr im Zeichen des Kreuzes
Neu gewählter Pfarreirat der St. Willehad Gemeinde widmet sich Jahresthema

© WZ-Foto: Kea Ulfers
Gemeinsam mit Pfarrer Andreas Bolten (von links) bilden Jutta Walter und Klaus Friedrich den Vorstand des neu gewählten Pfarreirates der St. Willehad Gemeinde in Wilhelmshaven.
Verantwortung übernehmen und die Gemeinde aktiv prägen: Das ist das Ziel des neuen Vorstands des Pfarreirates der St. Willehad Kirche.
Mit der Wahl von Klaus Friedrich und Jutta Walter startet das Gremium gemeinsam mit Pfarrer Andreas Bolten in eine neue Phase der Zusammenarbeit.
Engagement für die Gemeinde
Der Pfarreirat dient dem Aufbau der Gemeinde und vertritt die Interessen der Gläubigen in der Öffentlichkeit.
In der St. Willehad Gemeinde setzt sich das Gremium aus zehn gewählten Personen und dem hauptamtlichen Team, Pfarrer Andreas Bolten, Pfarrer George Thomas und Pastoralreferentin Daniela Surmann, zusammen.
Zudem ist ein Mitglied des Kirchenausschusses als Bindeglied vertreten.
Die Amtszeit beträgt vier Jahre.
Angesichts des sinkenden ehrenamtlichen Engagements zeigt sich Bolten besonders erfreut, dass sich für den neuen Pfarreirat ausreichend Freiwillige gemeldet haben. „Und besonders, dass wir mit Klaus Friedrich und Jutta Walter zwei Menschen gefunden haben, die den Vorstand verstärken.“
Wichtig sei, dass sozusagen jeder Kirchturm vertreten sei, betont Walter.
Sie selbst vertritt die Filialkirche St. Bonifatius in Sande und fungiert als Bindeglied, um Sorgen und Informationen weiterzugeben, während Klaus Friedrich etwa die Christus König Kirche aus dem Stadtnorden repräsentiert.
Erinnerung an den Kreuzkampf
In diesem Jahr rückt der Pfarreirat ein Symbol in den Mittelpunkt, das viele zunächst für „trocken“ halten könnten: das Kreuz.
Doch wie Klaus Friedrich erklärt, verbirgt sich hinter dem ersten Anschein eine tiefe Vielfalt an Fragen und Perspektiven.
Zwei Kreuze hat er zum Gespräch mitgebracht: ein Erbstück der Schwiegermutter und ein kleines, goldenes Kreuz, das ihn durch seine Zeit als Schulleiter am Gymnasium Bad Zwischenahn begleitete.
Letzteres ist besonders: In seinen kleinen Kreisen spiegelt sich der Betrachter selbst wider – eine Einladung zur Reflexion.
Auch Pfarrer Bolten weiß um die emotionale Last, die an diesem Symbol hängt.
Im Keller des Pfarrbüros lagern zahlreiche Kreuze, viele davon aus dem ehemaligen St. Willehad Krankenhaus oder aus privaten Haushalten.
„Wegwerfen kommt für die meisten nicht infrage“, erklärt er.
Das Projekt des Pfarreirates nimmt dabei das Jahresthema des Bischöflich Münsterschen Offizialats auf, das in diesem Jahr an den Kreuzkampf erinnert.
1936 sollten im Oldenburger Münsterland alle Kreuze aus Schulen und öffentlichen Gebäuden entfernt werden.
Eine ganze Region stellte sich gegen das NS-Regime und verteidigte ihre Überzeugungen mit Geschlossenheit.
„Dieser ‚Kreuzkampf‘ jährt sich in diesem Jahr zum 90. Mal und auch wir wollen diesen Gedanken des Offizialats in verschiedenen Formen und Formaten aufgreifen“, sagt Bolten.
Und alle seien aufgerufen, sich daran zu beteiligen.