Ein kunterbunt gefülltes Buffet zum Sattlesen
EHRENAMT - Zweitägiger Büchermarkt im Pfarrsaal der Kirche Christus König – Auswahl ist wie immer riesengroß

© WZ-Foto: Lutz Rector
Das ehrenamtliche Bücherei-Team: Anne Tammen, Stephanie Rauhut, Monika Stamm (von links)
Samstagvormittag um 10 Uhr soll er starten, der zweitägige Büchermarkt der katholischen Kirche Christus König in Fedderwardergroden.
So zumindest ist es angekündigt.
Doch schon eine halbe Stunde vorher ist der Pfarrsaal proppevoll.
„Alles wie immer“, sagt Stephanie Rauhut, die Leiterin der Kirchenbücherei und lacht.
Dass der Ansturm gerade zu Beginn so groß ist, liegt auch an vielen Händlern, die sich hier mit günstigen Büchern für den Weiterverkauf ausrüsten, bei 50 Cent pro Stück ein guter Plan.
Die Organisatorinnen des Büchermarktes, allesamt ehrenamtlich, sehen das gelassen.
„Wir freuen uns über jedes verkaufte Buch, das dann weitergelesen wird“, sagt Monika Stamm vom Bücherei-Team.
Bücher sollen im Umlauf bleiben
Das sieht die Leiterin, in ihrem Kleid in Bücher-Optik deutlich als solche zu erkennen, ganz ähnlich.
Mit einer Einschränkung. „Wenn wir schöne Kinderbücher in der Auswahl haben, dann ist es mir schon lieber, wenn wir sie einer Familie verkaufen können.“
Am Samstag habe es viele dieser Bücher gegeben.
„Die habe ich erst nachgelegt, nachdem die Händler durch waren“, verrät sie.
„Und natürlich waren die dann auch ganz schnell vergriffen.“
Dafür habe dann die „richtige Zielgruppe“ gesorgt.
Andererseits würden ohne die (semi)professionellen Wiederverkäufer bis zu 500 Bücher weniger über den Verkaufstresen gehen, ist Stamm überzeugt. „Die Händler leben davon und die Bücher bleiben im Umlauf. Jeder Zyklus zählt. Und wir haben unsere Einnahmen. Insofern profitieren alle davon.“
Kein Kunde geht mit leeren Händen
Unabhängig davon muss kein Kunde Sorge haben, mit leeren Händen nach Hause zu gehen.
Die Bücherauswahl ist riesig und übersichtlich vorsortiert.
Romane auf der einen Seite, Kinder- und Kochbücher auf der anderen.
Dazwischen Sachbücher aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Auch CDs und DVDs gibt es jede Menge.
„Wir haben wieder sehr viele Spenden bekommen. Das ist natürlich toll, denn mit dem Verkaufserlös können wir dann den Bestand in unserer Bücherei erweitern“, sagt Rauhut. So habe man gerade sehr viele Tonies (Hörspielboxen) kaufen können. „Ohne den Büchermarkt wären solche Anschaffungen schwierig.“
Büchertische werden immer wieder aufgefüllt
Währenddessen stöbern die vielen Leseratten im Pfarrsaal nicht nur auf, sondern ebenso unter den Tischen.
Dort befinden sich noch randvoll gefüllte Kisten.
Oben wird vom Bücherei-Team kontinuierlich nachgelegt, so dass größere Lücken erst gar nicht entstehen.
Es gleicht einem Buffet zum Sattessen. Statt „All you can eat“ heißt es hier „All you can read“.
Entsprechend schwer bepackt gehen die meisten an die improvisierte Kasse, wo Anne Trammer das Geld in Empfang nimmt und in eine Blechdose steckt.
Häufig zahlen die Kunden auch ein bisschen mehr als sie müssten, kein Wunder, bei solchen Schnäppchenpreisen.
Samstag ist immer der stärkere Tag
„Der Samstag ist immer der stärkere Tag“, weiß die Leiterin.
Am Sonntag sei das Angebot trotzdem immer noch groß.
Was am Ende nicht verkauft wird, wandert zurück in den Fundus für den nächsten Büchermarkt, sei es im Pfarrsaal der Kirche Christus König oder im Sommer beim Flohmarkt unter den Kastanien in der Mozartstraße, wo das Team regelmäßig dabei ist.
Festes Ritual ist nach dem Aufräumen am Sonntag – Schluss ist um 17 Uhr – das gemeinsame Pizza-Essen.
Weil sie nachmittags einen auswärtigen Termin hat, wird Monika Stamm vielleicht erst verspätet später dazustoßen können.
Aber sie werde alles versuchen, um dabeizusein. „Ich hoffe, noch Pizza abzubekommen“, sagt sie lachend. „Das kriegen wir auf jeden Fall hin“, verspricht die Leiterin.
Quelle: Wilhelmshavener Zeitung von Lutz Rector vom 20. April 2026