St. Willehad Katholische Kirchengemeinde Wilhelmshaven

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16. Mai 2026 | Gedanken zum Sonntag von Inselpfarrer Egbert Schlotmann, Katholische Pfarrgemeinde St. Willehad Wangerooge

Es soll immer jemand da sein

Keinen Tag soll es geben, da Du sagen musst:
Niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Niemand ist da, der mit mir Weg geht.
Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.
Niemand ist da, der mir das Leben schenkt…

Diese Zeilen stammen von dem Textdichter Uwe Seidel (1995).

Er drückt eine alltägliche Erfahrung in einem Wunsch aus: Keinen Tag soll es geben… Jemand soll da sein, der uns beisteht, aufrichtet und mit uns durchs Leben geht.

Gerade in den Zeiten des Verlustes liebegewonnener Menschen, in den Momenten der Zerstörung so mancher Lebensträume, in dem Chaos, das unsere Welt so durcheinanderwirbelt – Jemand soll da sein, der/die festigt und ermutigt.

Zuversicht und Zuspruch sollen uns begleiten.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Jesu JüngerInnen nach Jesu Himmelfahrt nach solch einer Hoffnung Ausschau hielten.

Ihr Wegbegleiter Jesus war ihren Augen entschwunden und in den Himmel aufgefahren.

Neue, zuversichtliche Aussicht war da schon notwendig: eine Perspektive, die den Blick auf einen gemeinsamen zukünftigen Lebensweg lenkt.

Mir geht es manchmal wie den JüngerInnen von damals.

Gerade in den Zeiten, wo ich keinen Weg für mich erkennen kann, in den Momenten, in denen ich nicht weiterweiß, in so mancher Konfusion bestimmter Lebensabschnitte, benötige ich Menschen, die mit mir aushalten und ausschauen.

Ich bin dann dankbar für Menschen, die mich ermutigen, mir Beistand leisten und Kraft für den Alltag geben.

Die Hoffnung der anderen kann mich dann tragen.

Von Herzen wünsche ich Euch und Ihnen einen Menschen, der Ihnen die Hand reicht und mit Ihnen Ihre Lebenswege geht.

Die Gedanken erschienen in der Wilhelmshavener Zeitung