29. November 2025 | Gedanken zum Sonntag von Pastoralreferentin Dung Dinh-Päsler
Wir zünden ein Licht an

Advent – das bedeutet Ankunft.
Es ist die Zeit, in der wir uns auf das ausrichten, was kommen will: Licht, Frieden, Hoffnung.
Doch gerade in diesem Jahr spüren wir die Dunkelheit besonders deutlich – Kriege, die Menschen in Leid stürzen, Klimaveränderungen, die die Zerbrechlichkeit der Schöpfung zeigen, und Spaltungen, die unsere Gesellschaft verunsichern.
Vielleicht wirkt Advent deshalb unpassend.
Oder gerade jetzt ist er nötiger denn je.
Denn Advent beginnt dort, wo Menschen die Finsternis wahrnehmen und dennoch ein Licht anzünden – nicht, weil die Welt schon hell wäre, sondern weil wir glauben, dass Licht stärker ist als jede Dunkelheit.
Dieses Licht kommt nicht aus uns selbst.
Es kommt von Gott, der sich nicht von der Not der Menschen abwendet, sondern hineinkommt in eine Welt voller Unruhe und Bedrohung.
Advent bedeutet: Gott kommt in genau diese Welt.
In eine Welt, in der Menschen kämpfen.
In eine Schöpfung, die ächzt.
In Gesellschaften, die nach Orientierung suchen.
Gott wartet nicht auf perfekte Verhältnisse.
Er kommt mitten hinein, um zu stärken und zu heilen.
Darum kann unsere Aufgabe im Advent sein: nicht wegzusehen, nicht zu resignieren, sondern kleine, mutige Zeichen des Lichts zu setzen – ein Wort des Friedens, wo Härte herrscht; eine Geste der Versöhnung, wo Spaltung droht; ein achtsamer Umgang mit der Schöpfung; ein Gebet, das größer ist als unsere Angst.
Advent heißt: Wir bereiten Raum. Raum für Licht, Menschlichkeit und Gottes leise Gegenwart. Zünden wir ein Licht an – für die Welt, für die Menschen in Not und Angst, und auch für uns selbst.
