Zehn Jahre internationale Begegnungen
Wöchentliches Angebot bringt Kulturen im Café zusammen – Sorge um Förderung

© WZ-Foto: Saskia Brockmann
Sigmar Gerhards (von links), Zaynap Koncel, Dr. Monika Stamm, Karin Hentschel, Cornelia Lieberei und Erika Hillers gehören zu den ehrenamtlichen Helfern und Integrationslotsen, die das Café seit zehn Jahren organisieren.
Ein Raum voller Menschen, verschiedene Sprachen vermischen sich, Kinder laufen lachend zwischen den Tischen herum und auf dem Buffet stehen Speisen aus unterschiedlichen Ländern.
An den Wänden hängen Fotos aus den vergangenen zehn Jahren.
Am Dienstag sind etwa 100 Menschen zusammengekommen, um zu feiern, dass das Café International seit zehn Jahren einmal in der Woche seine Türen als Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen öffnet.
Ein Treffpunkt, der einfach da ist
Dr. Monika Stamm ist von Anfang an dabei und organisiert das Café gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen und den Integrationslotsen.
„Als damals so viele Leute nach Deutschland kamen, haben wir gemerkt, dass ihnen ein Ort fehlt, an dem man zusammenkommen und neue Menschen kennenlernen kann.
Wir wollten die Menschen miteinander in Begegnung bringen und haben uns gefragt, was wir leisten können“, erzählt sie.
Das Angebot soll bewusst niedrigschwellig bleiben.
„Die Menschen brauchen einen informellen Treffpunkt. Das Café ist ein unverbindliches Angebot. Sie müssen nicht jedes Mal kommen, aber sie sind immer willkommen.“
Im Café treffen nicht nur Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte aufeinander, es treffen auch Migranten auf Migranten.
Das gemeinsame Essen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Regelmäßig gibt es Themenabende, bei denen unterschiedliche Kulturen im Mittelpunkt stehen.
Es gab bereits afrikanische, afghanische und ukrainische Abende.
Einen typisch deutschen Abend haben die Besucher sich auch schon gewünscht.
„Da gab es Toast Hawaii und Grünkohl“, erzählt Stamm.
Kaffeeklatsch erfreut sich großer Beliebtheit
Das Café ist jedoch mehr als ein Ort für gemeinsames Essen und Gespräche.
Wer Hilfe benötigt, kann sich dort von der Caritas auch beraten lassen.
Ob Schreiben vom Arbeitsamt, der Krankenkasse oder dem Vermieter – die Ehrenamtlichen helfen beim Übersetzen und erklären, worum es in den Schreiben geht.
Viele der Besucher kommen unter anderem aus der Ukraine, Eritrea, Syrien, Afghanistan und verschiedenen afrikanischen Ländern.
Gerade in den Anfangsjahren musste sich die Gruppe zunächst einspielen.
„Am Anfang sprach fast keiner unserer Gäste Deutsch. Einige sprechen aber fünf oder sechs Sprachen. Also mussten wir mussten nur eine finden, die passt.“ Das Café International ist ein ökumenisches Projekt der Caritas, der Gemeinde St. Willehad und der evangelischen Friedenskirche und wird von der Caritas finanziert. Und gerade das ist der Punkt, der den Organisatoren Sorgen bereitet. „Wir sind abhängig von Kirchenmitteln und Spenden. Was nächstes Jahr ist, wissen wir noch nicht..“
Dabei ist das Café längst ein feste Treffpunkt.
Und ist es ausgerechnet eine eher deutsche Tradition, die sich bei den internationalen Gästen großer Beliebtheit erfreut: der regelmäßige Kaffeeklatsch.